Diese Wahlen sind in diesem Jahr von besonderer Bedeutung: Die wirtschaftliche Lage ist angespannt, viele Branchen kämpfen mit Auftragsrückgängen, steigenden Kosten und zunehmendem Konkurrenzdruck. In zahlreichen Betrieben stehen Personalabbau, Stellenstreichungen oder Umstrukturierungen im Raum.
Gerade in solchen Zeiten braucht es starke Betriebsräte, die mit Kompetenz, Mut und Weitsicht handeln. Denn Mitbestimmung ist kein Selbstzweck – sie sorgt dafür, dass unternehmerische Maßnahmen sozialverträglich gestaltet werden. Wo Arbeitsplätze bedroht sind, sind Betriebsräte diejenigen, die auf Ausgleich drängen, Härte abfedern und gemeinsam mit Arbeitgebern Lösungen suchen, die Beschäftigte nicht allein lassen.
Mitbestimmung schützt Beschäftigte – besonders in Krisen
Die Geschichte zeigt: Wenn Zeiten wirtschaftlich schwierig werden, sind Mitbestimmung und solidarisches Handeln besonders wertvoll. Betriebsräte achten darauf, dass nicht nur betriebswirtschaftliche Aspekte berücksichtigt werden, sondern auch die Menschen hinter den Zahlen. Sie verhandeln Interessenausgleiche, Sozialpläne und setzen sich für Qualifizierungsmaßnahmen ein, um Beschäftigten Zukunftsperspektiven zu eröffnen.
In vielen Betrieben war es gerade der Betriebsrat, der dafür sorgte, dass Entlassungen vermieden, Kurzarbeit fair gestaltet oder Alternativen zum Stellenabbau entwickelt wurden.
Ein gut geschulter Betriebsrat stärkt die Position aller Beschäftigten. Er sorgt dafür, dass nicht über Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gesprochen wird, sondern mit ihnen. Mitbestimmung lebt von Beteiligung – und von Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen.
Auch politisch eine entscheidende Phase
Parallel zur wirtschaftlichen Unsicherheit erleben wir auch politisch eine Phase, in der Errungenschaften der ArbeitnehmerInnenbewegung wieder zur Diskussion stehen. Themen wie Arbeitszeitverkürzung, Tarifbindung oder Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall sind keine Selbstverständlichkeiten – sie sind Ergebnisse jahrzehntelanger gewerkschaftlicher Auseinandersetzungen.
Deshalb braucht es starke Gewerkschaften. Sie bündeln die Stimmen der abhängig Beschäftigten, sorgen für eine Vernetzung über einzelne Betriebe hinweg und ermöglichen Betriebsräten den Austausch untereinander. Außerdem sind sie die Organisation, welche die Interessen der ArbeitnehmerInnen in die politischen Riegen trägt und dort verteidigt.